Photodynamische Therapie und mehr...

Die photodynamische Therapie (PDT) wird seit Jahren zur gezielten örtlichen Zerstörung von oberflächlichen malignen Tumoren der Bronchien sowie des Urogenital-, des Magendarmtraktes und der Haut erfolgreich eingesetzt. Auch verschiedene Präkanzerosen sind behandelbar. Hierbei werden systemisch oder lokal anwendbare Photosensibilisatoren (meist Porphyrinderivate) eingesetzt. In der Dermatolologie kommen naturgemäß die lokal applizierbaren Porphyrinderivate zum Einsatz. Das Zusammenspiel von Photosensibilisator und Licht bewirkt eine photooxidative Reaktion in Zellen und Geweben. Nachfolgende Lichtbestrahlung geeigneter Wellenlänge führt je nach Bedingungen über reaktive Sauerstoffspezies zu Immunmodulation oder Zelltod. Dabei wird die selektive Anreicherung des Photosensibilisators in malignem oder entzündlichem Gewebe ausgenutzt. Durch Fluoreszenzanregung kann man das kranke Gewebe gegenüber der gesunden Umgebung scharf abgegrenzt sichtbar machen (Fluoreszenz-Diagnose oder photodynamische Diagnose, PDD).

Gezielte Bestrahlung passender Wellenlängen führt zur selektiven Vernichtung beispielsweise des Karzinoms. In der Dermatologie hat die topische PDT mit dem endogenen Porphyrinvorläufer 5-Aminolävulinsäure (5-ALA, z.B. Präparat BF200 = 5-ALA in Nanoemulsion) oder Derivaten (Verkaufsname: Metvix) den Vorteil der fehlenden Invasivität bei hoher Tumorselektivität und exzellenten kosmetischen Ergebnissen. Nach Inkubation mit 5-ALA bilden Zellen vermehrt photosensibilisierende Porphyrine inklusive dem wohl entscheidenden Syntheseprodukt Protoporphyrin IX (PpIX).

Für die PDT werden traditionell Blau-, Grün- und Rotlichtstrahler angeboten. PhotoDyn®750 arbeitet im roten Lichtbereich (Anregung von PpIX bei 635 nm), da rotes Licht tiefer als blau und grün in das Gewebe eindringt.

Zur Durchführung

Appliziert werden eine 5-ALA-Emulsion, z.B. BF200 bzw. Metvix.

Vorbereitung des Patienten:
Weitgehende Abschuppung des zu behandelnden Areals. Das Areal wird mit einem Rand von 1 cm Breite markiert. Danach wird die Creme gleichmäßig im Areal aufgetragen. Nun wird ein lichtdichter Verband angebracht. Der Patient wird nach 3,5 - 5 Stunden (bei BF200 genügen 2td.) zur Bestrahlung einbestellt.

Bestrahlung:
Komplette Entfernung des Verbandes, der Folie und der Cremereste! Hier wird zur Kontrolle der PpIX-Anreicherung eine Fluoreszenzdiagnose empfohlen. Danach wird der Strahler möglichst senkrecht zum Areal mit etwa 27-30 cm Abstand (gegeben durch den Abstandshalter des Strahlers) positioniert. Es erfolgt eine Bestrahlungsdauer von 15-20 Minuten. An empfindlichen Stellen kann die Bestrahlungszeit auch auf 10-15 Min gesenkt werden. Beim Hauttyp I mit sehr heller Haut kann es vorkommen, dass im Gesicht bereits eine Bestrahlungszeit von 5-10 Minuten ausreichend ist (sonst starke Dermatitis solaris). Die photodynamische Reaktion führt zur Zerstörung des erkrankten Gewebes, was mit gewissen Schmerzen verbunden sein kann. An empfindlichen Hautpartien ist daher die Verkürzung der Bestrahlungszeit ein hinnehmbarer Kompromiss. Der Einsatz von Lokalanästhesie ist mit PhotoDyn®750-PDT erfahrungsgemäß nicht notwendig. Es sollte durchgehend darauf geachtet werden, dass das Areal korrekt bestrahlt wird (Bewegung des Patienten).

Nach der Bestrahlung:
Dem Patienten kann, wie bei photodynamischen Therapien üblich, wegen der eventuellen Entstehung einer Dermatitis solaris ein schwach bis mittel starkes Steroidexternum rezeptiert oder mitgegeben werden. Außerdem sollte sich der Patient für die nächsten 2-3 Tage nicht der direkten Sonnenbestrahlung aussetzten. Die Patienten können nach 3-4 Wochen zur Nachkontrolle angehalten werden. Gegebenenfalls wird wieder nach gleichartigem Prozedere therapiert. Bei Einbeziehung der Augenpartie im Bestrahlungsfeld muß die PhotoDyn®-Schutzbrille (ev. mit unterlegtem Wattepad) getragen werden.

Die Indikationen
ausserhalb der PDT


(= wIRA®-Therapie, wassergefiltertes Infrarot-A)

Warzen (Verrucae):
Kernaussage: keine Blutungen nach der Bestrahlung, kaum Rezidive (Abb.3). Einfach und erfolgreich. Entwickelt von Hautärzten der Universität Jena.

Chronisch venöse Ulcerationen, Ulcus Cruis Venosum, Problemwunden:
Kernaussage: wIRA® spart Geld und Zeit (z.B. Ulcus cruris venosum). Verkürzt die Behandlungsdauer, verhindert Schmerzen von Anfang an. Hoffnung auch für langjährige Ulzera

Aknetherapie:
Für die Bestrahlung von Acne vulgaris können Sie einen speziellen Blaufilter bestellen, der das Spektrum um den Bereich von 405-450 nm erweitert. Das Licht dieses Spezialfilters für die Aknetherapie wirkt direkt zerstörend auf Propionibacterium acnes, da dieser häufigste Akne-Erreger Protoporphyrin IX akkumuliert. Diese Wirkung ähnelt der photodynamischen Therapie von Tumorzellen. Eine Fluoreszenzdiagnose kann die Propionibakterien nachweisen.

Der PhotoDyn®750

Kernaussage:
hochwirksam, bestes kosmetisches Ergebnis, z.B. aktinische Dyskeratosen

PhotoDyn®750

Breites Anwendungsspektrum außer PDT - u.a. Warzen (verrucae), Ulcus cruris, Akne

Praktisches Zubehör

+ 635 nm: Inklusivbreitbandfilter für die PDT und wIRA®-Therapie
+ 405-450 nm-Spezial-Blaufilter für Akne-Therapie
+ (erweitert das Spektrum auf die besonders wirksamen blauen Anteile)

In Kürze

+ Angenehmer Bestrahlungsabstand (27 cm)
+ Einfache Handhabung
+ Lampe sofort betriebsbereit - keine Aufheiz- und Abkühlzeiten
+ Patentiertes Filtersystem
+ Filtertechnologie erlaubt die Verwendung verschiedener Wellenlängen
+ Maßgeschneiderte Finanzierungsmöglichkeiten

Fluoresenzdiagnose (FD)

Beispiel zur Fluoreszenzdiagnose anhand eines Rumpfhautbasalioms unterhalb der rechten Schulter. Die rötliche Fluoreszenz belegt die selektive Anreicherung des Photosensibilisators Protoporphyrin IX im Tumor. Tritt solche Fluoreszenz auf, ist eine anschließende Photodynamische Therapie (PDT) mit dem PhotoDyn®750 gerechtfertigt.

Erfolg auch in Zukunft

Weiteres Zubehör ist in Entwicklung, wie ein Lichtleiter zur PDT von Problemfällen oder auch der Mundhöhle, eine Diagnosekamera zur direkten Aufnahme der Fluoreszenz.

PhotoDyn®750

Technische Daten

Bestrahlungsfeld bei 27 cm Normabstand: 25 cm Durchmesser

Höhenverstellung: ab Unterkante Küvette, Strahler vertikal ausgerichtet, Höhenverstellung von 164 cm, Tiefstellung von 77 cm

Aufbau:
Halogenlampe als Strahlungsquelle geschlossene Küvette als Hydrofilter funkstörfreier Wechselstromlüfter (Lebensdauer Küvette: 3.000 h ~ 3 Jahre)

Lichtquelle (Softstart):
HPL 575/230 X+

Leistungsaufnahme:
600 W

Temperaturschutz:
automatisch, selbstrückschaltend nach Abkühlung

Gewicht:
ca. 7,5 kg (mit Tischstativ)

Klassifizierung:
Aktives Medizinprodukt, Klasse IIa nach §13 MPG, Regel 9

CE-Kennzeichnung:
nach Richtlinie 93/42/EWG vom 14.06.1993 über Medizinprodukte, grundlegende Anforderungen nach harmonisierter Norm EN 60 601-1-1: 1996-03

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